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Magnesiumbisglycinat: was drinsteckt und worauf du achten solltest

Magnesium gibt es in vielen Verbindungen. Hier erklären wir sachlich, was Bisglycinat ist, wie es sich von Oxid und Citrat unterscheidet und welche Aussagen die EU dazu erlaubt.

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten

Was ist Magnesiumbisglycinat?

Magnesiumbisglycinat (auch Magnesiumdiglycinat oder Magnesium-Chelat genannt) ist eine Verbindung aus einem Magnesium-Ion und zwei Molekülen der Aminosäure Glycin. Das Magnesium ist dabei nicht an eine anorganische Säure gebunden wie bei Oxid, sondern an eine körpereigene Aminosäure.

In Nahrungsergänzungsmitteln wird die Form häufig wegen ihrer guten Verträglichkeit gewählt. Für Bisglycinat liegen allerdings weniger Humandaten vor als für andere Magnesiumsalze. Wichtig für die Einordnung: Der reine Magnesiumanteil von Bisglycinat ist mit etwa 10 bis 14 % pro Gramm Substanz (je nach Rohstoff) niedriger als bei Oxid. Entscheidend ist deshalb immer die Angabe, wie viel elementares Magnesium pro Portion enthalten ist.

Magnesiumformen im Vergleich

Die folgende Übersicht fasst gängige Magnesiumverbindungen zusammen. Die Prozentwerte sind rechnerische Richtwerte (aus den Summenformeln der wasserfreien Verbindungen) und können je nach Hersteller, Rohstoff und Hydratform abweichen.

VerbindungMagnesiumanteil (ca.)LöslichkeitTypische Einordnung
Magnesiumoxidca. 60 %geringHoher Gehalt, günstig; in manchen Aufnahmestudien schwächer als organische Salze
Magnesiumcitratca. 16 %gutWeit verbreitet; in einzelnen Studien besser aufgenommen als Oxid
Magnesiumbisglycinatca. 10–14 %je nach RohstoffWird wegen guter Verträglichkeit gewählt; weniger Humandaten; Gehalt pro Gramm niedriger
Ehrlich eingeordnet: Studien zum Vergleich der Magnesiumsalze sind uneinheitlich. Viele zeigen keine signifikanten Unterschiede, einzelne eine leicht bessere Aufnahme organischer Salze. Nach Einschätzung von Fachautoren sind Dosis, Verteilung über den Tag und die Mahlzeit oft wichtiger als die Salzform.[1] Wir behaupten deshalb keine Überlegenheit einer Form. Wir wählen Bisglycinat wegen seiner Verträglichkeit und der klar deklarierbaren Menge.

Welche Health-Claims sind für Magnesium zugelassen?

In der EU dürfen für Lebensmittel nur Aussagen verwendet werden, die in der Health-Claims-Verordnung (VO (EG) Nr. 1924/2006) und der Liste der zugelassenen Angaben (VO (EU) Nr. 432/2012) gelistet sind.[2] Für Magnesium sind unter anderem diese zugelassen:

Zugelassene Health-Claims für Magnesium

  • Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
  • Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei.
  • Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
  • Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.
  • Magnesium trägt zu einer normalen psychischen Funktion bei.
  • Magnesium trägt zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne bei.

Diese Aussagen dürfen nur für Produkte verwendet werden, die mindestens 15 % der Nährstoffbezugswerte pro Portion enthalten (bei Magnesium: 375 mg, also mindestens ca. 56 mg je Portion bei Einzelportionen). Andere Wirkversprechen sind nicht zulässig.[3]

Worauf du bei der Auswahl achten kannst

Hinweis: Bei Nierenerkrankungen, regelmäßiger Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft oder Stillzeit bitte vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung.

Magnesium in deinem Njola-Shake

Magnesium ist einer von sechs Vitaminen und Mineralstoffen in deinem täglichen Njola-Shake, und zwar als Magnesiumbisglycinat. Einen Messlöffel in Wasser, Saft oder Smoothie einrühren, mehr braucht dein Ritual nicht. Ideen für den Alltag findest du im Blog, zum Beispiel im Basisrezept für den grünen Smoothie.

Mehr zur Gesamtformel findest du auf der Startseite im Bereich Inhaltsstoffe.

Häufige Fragen zu Magnesiumbisglycinat

Was ist der Unterschied zwischen Magnesiumbisglycinat und Magnesiumoxid?
Magnesiumoxid enthält pro Gramm viel Magnesium, ist aber schlecht wasserlöslich. Bisglycinat ist Magnesium, gebunden an zwei Glycin-Moleküle, mit niedrigerem Magnesiumanteil pro Gramm. Für Bisglycinat liegen weniger Humandaten vor, und Studien zum Vergleich der Magnesiumsalze sind uneinheitlich. Eine pauschale Überlegenheit lässt sich nicht belegen.
Welche Health-Claims gibt es für Magnesium?
Laut Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zugelassen sind unter anderem: trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei, zu einer normalen Muskelfunktion, zu einer normalen Funktion des Nervensystems, zu einem normalen Energiestoffwechsel, zur normalen psychischen Funktion und zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne.
Wie viel Magnesium ist in Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, die Tageshöchstmenge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln auf 250 mg zu begrenzen (zusätzlich zur normalen Ernährung). Die Verzehrempfehlung auf der Packung sollte nicht überschritten werden.
Kann Magnesium abführend wirken?
Wird die empfohlene Höchstmenge überschritten, kann Magnesium zu Durchfall führen. Das BfR beschreibt dies als in der Regel nach ein bis zwei Tagen rückläufig.
Wer sollte vor der Einnahme mit Arzt oder Apotheke sprechen?
Bei Nierenerkrankungen, regelmäßiger Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft oder Stillzeit sollte vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wissenschaftliche Quellen

  1. Schuchardt JP, Hahn A: Intestinal Absorption and Factors Influencing Bioavailability of Magnesium: An Update. Current Nutrition & Food Science 2017;13(4):260–278. PubMed · Volltext
  2. Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel. EUR-Lex
  3. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Erstellung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel; Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Nährstoffbezugswert Magnesium 375 mg, Anhang XIII). EUR-Lex 432/2012 · EUR-Lex 1169/2011
  4. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): BfR bewertet Tageshöchstmenge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln. Presseinformation Nr. 50/2017, 12.12.2017. bfr.bund.de

Die Prozentwerte zum Magnesiumanteil sind eigene Berechnungen aus den Summenformeln der wasserfreien Verbindungen. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information, wurden im Oktober 2026 gegen die genannten Quellen geprüft und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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